Tagliamento, Frühjahrswanderungen im Friaul
Bearbeitet am Donnerstag, 01. März 2007 07:00:00 CET von Stefan_Meuwly
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Dresden stand das Wasser noch bis zum Hals als wir 2006 unsere Oster Kanutour in den sonnigeren Süden verlegten.
Ich hatte leichte Bedenken wie sich die Schneeschmelze wohl südlich der Alpen auswirken würde. Doch der Tagliamento, hier wird er ohne „g“ gesprochen, hielt nicht überall die gewünschte Handbreit Wasser unterm Kiel für uns bereit.
Unser Quartier für die Tage hatten wir mit T@B und Zelt auf dem Campingplatz in Gemona del Friuli N 46°17.490' E 13°07.790' aufgeschlagen, der Platz war um diese Jahreszeit so gut wie leer. Wir sind das erste Mal an diesem Fluss, hatten uns aber schon etwas eingelesen und sind neugierig auf diese angeblich kilometerbreiten Kiesbänke.
Sie sind tatsächlich so breit, wie das Satellitenbild deutlich zeigt und die Schwierigkeiten der Befahrung liegen nicht etwa bei den wenigen Schwallstrecken, sondern in der Entscheidung welcher Arm wohl durchgehend Wasser führen würde. Gemeiner Weise versickern dort selbst anfänglich gut befahrbare Arme plötzlich im Geröll der Bänke. Spätestens wenn man mit dem Boot auf der Schulter nach einem befahrbaren Rinnsal in dieser Steinwüste sucht, ist die Dimension dieses gewaltigen Flussbettes zu erkennen. Aber beeindruckend ist diese Landschaft auf jeden Fall und auch eine Reise wert.
Zwischen Gemona und dem Lago di Cavazzo liegen zwei mit dem Auto befahrbare Serpentinenstrecken ins Gebiet des Monte San Simeone mit interessanten Aussichten. Ein Ausflug der sich lohnt, wie man bei Google Maps auf N 46°19.950' E 13°6.180' nachklicken kann.
Wir hatten die Strecke von Gemona bis San Michele al Tagliamento in drei Tagesetappen aufgeteilt, aber dafür jeweils ein Fahrzeug verschoben und abends unser Basislager aufgesucht. Nach den Erfahrungen der ersten Tage hatten wir dann unser Endziel auf Belgrado zurück genommen, dort gibt es einen Weg zur Ausbootstelle auf Position N 45°53.000' E 12°57.300'. Wer kein GPS hat sollte am tatsächlichen Fahrwasser eine Markierung aufbauen, unsere Fahne im Baum am Uferdamm war auf diese Entfernung vom Boot aus nicht zu erkennen.
Unterwegs sind wir Kanuten begegnet, die diese Strecke mit Zelt und reichlich Proviant erkundet haben. Ihre Etappen waren noch kürzer als unsere, zum einen wollten sie diese Landschaft ausgiebig genießen und dann stellten natürlich die unvermeidlichen Portagen mit der umfangreichen Ausrüstung ganz andere Anforderungen an die Zeit.
Also vor einer Ostertour zum Tagliamento sollte man sich unbedingt über den Wasserstand und seine Tendenz informieren, sonst wird es wirklich eine Flusswanderung im wahrsten Sinne des Wortes.
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