Namibia im rollenden Hotel
Bearbeitet am Mittwoch, 25. April 2007 20:02:57 CEST von Klaus_Behrens
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Es ist stockfinster, als der Flieger in München startet. Ich sitze neben einem ständig quasselnden Ehepaar in der engen Reihe der Economy-class. War das richtig, diese Reise zu buchen? Ich, der Individualist, der Rucksackreisende, der Womo-Fahrer, der (fast) nie einen Campingplatz aufsucht. Und nun dies ...
Morgens um 06:00 in Windhoek. Vor dem Flughafen steht der Bus von ROTEL TOURS. Ein nagelneuer Mercedes Actros 2650 Allrad. Und ein erster Rundblick auf die Mitreisenden. Na ja. Geht schon ...
Ich sitze in der vorletzten Reihe und habe zwei Plätze für mich. 34 passen in den Bus, 30 sind da. Meine erste ROTEL-Tour. Zum ausprobieren. 16 Tage, das überlebe ich. Und um das Ergebnis vorwegzunehmen - ich werde wieder mal eine Reise buchen. Nach Südamerika. Schon wegen meiner schwachen Spanisch-Kenntnisse.
Namibia kann man englischsprachig selbst bereisen, sogar mit deutsch kommt man durchs Land. Es war ja mal Deutsch - Südwest und das hat Spuren hinterlassen. Viele Farmen sind noch “in deutscher Hand” - in Namibia hat man von den Fehlern in Rhodesien - Simbabwe gelernt.
Auch wenn offiziell Robert Mugabe als “Freund” bezeichnet wird. Aber man sieht, dass er aus einem blühenden Land das Armenhaus Afrikas gemacht hat. Und so klappt es mit einem friedlichen Nebeneinander von Schwarz und Weiss in Namibia.
Was man in Namibia unbedingt braucht, ist ein Allradfahrzeug. Sonst bleiben einem die schönsten Regionen verschlossen - die Namib-Wüste oder der Etosha Nationalpark. Und die lohnen! Elefanten, Löwen, Zebras, Giraffen und das Nationaltier Namibias, der Springbock. Zigtausende von Robben am Cape Cross. Ein bischen Einblick in die Kultur der Schwarzen.
Überall freundliche Menschen und (völlig untypisch für Afrika) alles sauber.
Das Leben oder besser das Schlafen in der Sardinenbüchse war problemloser als befürchtet - keine Platzangst, genug Raum und Gott-sei-Dank auch keine Schnarcher zu hören. Der Fahrer ist gleichzeitig der Koch und bereitet jeden Morgen das Frühstück und abends ein einfaches Essen oder mittags eine Brotzeit. Immer war täglich Gelegenheit, entweder sich selbst zu verpflegen oder essen zu gehen. Und da ich gern Neues probiere, hab ich das fast immer getan. Wo hat man auch sonst Gelegenheit, ein Springbock-Steak zu probieren ...
Und die Mitreisenden? Keine Campingtypen, sympathische Leute, von denen einige zu Freunden wurden.
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